Elektromobil

Unsere Kraftfahrzeuge fahren heute, bis auf ganz wenige Ausnahmen, immer noch mit Verbrennungskraftmaschinen wie zu Uropas Zeiten. Tatsächlich, an der Technologie der Motoren hat sich seit ihrer Erfindung durch die deutschen Ingenieure Nikolaus Otto und Rudolf Diesel am Ende des 19. Jahrhunderts nichts Wesentliches geändert.

In beiden Triebwerken werden Kohlenwasserstoffverbindungen, besser bekannt als zu Benzin und Diesel verarbeitetes Erdöl, zum größten Teil in Wärme (etwa 60 %) und nur zu einem Drittel zu mechanischer Antriebsenergie verbrannt. Bei diesen Verfahren bleiben dann immer eine ganze Menge schädlicher Abgase, wie Stickoxide, Ruß oder Kohlendioxid übrig. Gerade dieses CO2 legt sich als Smog-Glocke um unseren Planeten und sorgt so mit für die allgemeine Erderwärmung und den schleichenden Klimawandel.

Nun ist die Menschheit, um ihren Wohlstand zu bewahren und zu vermehren, dringend auf das Erdöl angewiesen. Kein seriöser Wissenschaftler kann mit letzter Sicherheit festlegen, wie lange die Erdölvorräte auf unseren Planeten noch reichen werden. Einige Forscher gehen von vierzig Jahren aus, eine erschreckend kurze Zeit, andere beziehen die Ölschlämme in ihre Berechnungen ein und errechnen so vielleicht noch 200 Jahre. Sei es, wie es sei, das Erdöl ist endlich, wenn vielleicht auch noch nicht für die derzeit auf der Erde lebenden Generationen.

So sind alle Automobilhersteller auf der ganzen Welt gehalten, so schnell wie möglich alternative Antriebskonzepte zu erarbeiten. Der Motor der Zukunft wird dabei sicher der Elektromotor sein, eine Tatsache, die bereits seit längerer Zeit bekannt ist. Das Problem, das es zu meistern gilt, heißt: Wie kann der Strom im Auto gelagert oder produziert werden?

Wer sein Fahrverhalten einmal genau analysiert, wird feststellen, die Masse der Autofahrten gilt dem Arbeitsweg oder führt zum Einkauf und ist selten länger als zwanzig Kilometer. Für diese Fahrten gibt es heute bereits eine ganze Reihe reiner Elektrofahrzeuge, die diese Reichweiten problemlos meistern. In den Fahrleistungen und im Komfort steht das Elektromobil in nichts seinen Brüdern und Schwestern mit Verbrennungsmotoren nach, der hohe Preis wird sicher mit wachsenden Verkaufszahlen noch zurückgehen.

Für längere Fahrten müssen neue technologische Wege beschritten werden. Eine Variante ist der Hybridantrieb und später vielleicht die Brennstoffzelle, mit beiden Technologien wird der Strom direkt im Auto produziert. Eine andere Technik baut auf eine neue Generationen Lithium-Ionen-Batterien. Diese Hochleistungsakkumulatoren werden vom Fahrzeugbesitzer geleast oder gemietet und erreichen derzeit Fahrstrecken zwischen 200 und 400 Kilometern. In einem noch zu errichtenden Servicenetz, ähnlich unsren heutigen Tankstellen, kann dann eine solche Batterie in wenigen Minuten automatisch gewechselt werden.

Genau so selbstverständlich, wie für die heutige Generation ein Auto mit einem Otto- oder Dieselmotor angetrieben wird, arbeitet in den Fahrzeugen unserer Enkel sicher einmal ein Elektromotor.